Neue Fachabteilung Pflege:
Fachliches Controlling statt Kontrolle

Seit dem 1. Januar dieses Jahres verfügen die AWO Seniorendienste Niederrhein über eine eigene Fachabteilung Pflege. 

 

Das vierköpfige Team arbeitet direkt mit der Geschäftsführung zusammen. Es soll die Einrichtungen im Sinne eines fachlichen Controllings begleiten. Im Austausch vor Ort will man Prozesse bei Pflege und Betreuung, Dienstplansystematik und Dokumentation optimieren und die Häuser fit machen für die Anforderungen von morgen. „Mit der Optimierung von Arbeitsabläufen erreichen wir nicht nur eine Verbesserung der Qualität unserer Leistungen. Wir entlasten auch unsere Mitarbeiter*innen. Das kommt direkt unseren Bewohner*innen zu Gute,“ so der Geschäftsführer der AWO-Seniorendienste Normen Dorloff.

Sabrina Moskei leitet die neue Abteilung. Unterstützt wird sie von Simone Lutter aus dem Qualitätsmanagement. Ebenfalls zum Team gehört Edith Kaiser. Als Pflegefachkraft ist sie ein weiteres Bindeglied zur Basis. Veronika Zimmermanns übernimmt die Koordination der ambulanten Dienste. 

Controlling heißt hier übrigens nicht Kontrolle. Die Fachabteilung soll keine Entscheidungen treffen und den Einrichtungen nicht Ideen „von oben“ aufzwängen. „Wir haben ein großes Wissen und viel fachliches Know-How bei den Seniorendiensten. Das wollen wir bündeln und den Häusern zur Verfügung stellen, um größtmögliche Zufriedenheit und Qualität sicherzustellen,“ erklärt Simone Lutter. Die Vier von der Fachabteilung arbeiten eng mit Arbeitskreisen und Pflegedienstleitungen zusammen. „Wir kommen alle aus dem Pflegebereich. Deshalb können wir auf Augenhöhe kommunizieren.“ Die Abteilung versteht sich als Dienstleister für die Einrichtungen – und als Schnittstelle zwischen Basis und Geschäftsführung. „Bei uns laufen ganz viele Fäden zusammen. Keiner kommt bei den Seniorendiensten an der Pflege vorbei,“ bringt Sabrina Moskei es auf den Punkt. „Ganz wichtig dabei ist, dass wir das Vertrauen der Kolleg*innen haben. Wir möchten, dass alle voneinander lernen. Freiwillig. Was wir sicher nicht brauchen, ist ein weiteres Prüfinstrument.“

Öffentlichkeitsarbeit ist eine ebenfalls eine Aufgabe für die neue Abteilung. In der externen Kommunikation wird viel über Pflege gesprochen. Pflegerische Inhalte kommen dabei oft zu kurz. Nachholbedarf sieht Sabrina Moskei vor allem bei der Nachwuchsförderung „Wir haben in den letzten Jahren versäumt, uns nach außen zu präsentieren. Das muss sich ändern.“ So ist unter anderem eine Teilnahme an Berufsinformationsmessen angedacht.

Die AWO Seniorendienste haben noch viel vor. Man möchte sich künftig an jedem Standort breiter aufstellen. Das dafür benötigte Know-How kann nicht in jeder Einrichtung vorgehalten werden. Das muss es aber auch nicht. Denn mit der neuen Fachabteilung verfügt das Unternehmen über einen Kompetenzspool, der Wissen aus allen Sektoren – vollstationär, teilstationär und ambulant – sowie externe und interne Leitungserfahrungen bündelt. Und das Team sorgt dafür, dass dieses Wissen da zur Verfügung steht, wo es gebraucht wird.

Eine genaue Jobbeschreibung für die vier Fachabteilungsmitarbeiterinnen gibt es nicht. Bislang hatten sie auch keine feste gemeinsame Anlaufstelle. Seit Anfang April sind die Büros in der früheren Geschäftsstelle in Moers-Schwafheim fertig. Hier trifft sich die Fachabteilung Pflege heute offiziell zum ersten Mal. In Zukunft will man sich regelmäßig alle zwei Wochen abstimmen. Und die vielen neuen Ideen sortieren, die man hat.