„Jahrhundertangebot" der NRW-AWO:
Sieben Prozent Plus bei Löhnen und Gehältern

2019 begeht die Arbeiterwohlfahrt ihr 100-jähriges Bestehen. Das Tarifangebot der AWO NRW ist für die Beschäftigten jetzt schon Grund zum Feiern.

Das Angebot, mit dem die NRW-AWO in die aktuellen Tarifverhandlungen geht, ist außergewöhnlich: In seinen ersten Schritten übertrifft es sogar die Abschlüsse im öffentlichen Dienst. „Wir sehen keine unüberwindbaren Hürden für einen schnellen Abschluss“, so Verhandlungsführer Gero Kettler. „Wir wollen die rund 65.000 Arbeitsplätze in unserem Verband sichern, aufwerten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gute Perspektive vermitteln.“

Konkret bedeutet das: Bei einer Laufzeit von 30 Monaten (Beginn 1. Dezember 2018) sollen die Löhne und Gehälter der Beschäftigten um insgesamt sieben Prozent steigen – und zwar in drei Stufen. Im ersten Jahr ist ein Plus von 3,2 Prozent vorgesehen, im zweiten Jahr 3,0 Prozent, in den verbleibenden fünf Monaten bis zum 31. Mai 2021 noch 0,8 Prozent. Dieses Angebot ist in der Geschichte der Tarifverhandlungen bislang einmalig. Uund es ist als Signal gedacht: „Zum hundertsten Jahr unseres Bestehens wollen wir keinen unnötigen Dissens aufkommen lassen und mit einem ‚Jahrhundertangebot‘ zeigen: Solidarität braucht Taten und keinen faulen Zauber in Tarif-Schaukämpfen.“

Die AWO-Arbeitgeber präsentierten ihre Vorstellungen im Vorfeld der neuen Verhandlungen, nachdem die Gewerkschaft ver.di den bestehenden Tarifvertrag gekündigt hatte. Sie machten dabei deutlich, dass der Wohlfahrtsverband seiner wachsenden gesellschaftlichen Verantwortung und den gestiegenen Anforderungen gegenüber hoch qualifizierten Fachkräften gerecht werden will. Um ihr Angebot solide refinanzieren zu können, brauche es allerdings eine längere Laufzeit als üblich.

Auch bei der Ausbildungsvergütung ist man bereit zu Gesprächen. Denn attraktivere Bezahlung während der Lehrzeit kann ebenfalls dazu beitragen, Sozialberufe aufzuwerten und zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen.