Gut geplanter Neustart:
Umzug ins Pflegeheim

Der Schritt ins Heim fällt vielen nicht leicht. Mit der richtigen Vorbereitung kommt man schneller an.

So lange wie möglich zu Hause wohnen – das wollen die meisten. Aber wenn im Alter der Pflegebedarf zunimmt, ist eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung in einer stationären Einrichtung oft die beste Lösung. Umziehen bedeutet nicht nur immer eine Neuorientierung, die zuweilen auch verunsichern kann. Ein Wohnungswechsel ist auch mit einer Menge Organisation verbunden. Deshalb ist es umso wichtiger, den Umzug in ein Pflegeheim gut vorzubereiten, damit dort auch alles möglichst schnell reibungslos funktioniert. 

Mietwohnung termingerecht kündigen
Dass ein Heimplatz von jetzt auf gleich frei wird, ist die Ausnahme. In der Regel muss man warten – nicht selten mehrere Wochen oder Monate. Zeit, die man gut nutzen kann, denn viele Dinge lassen sich schon im Vorfeld regeln. Wer in einer Mietwohnung wohnt, sollte diese termingerecht kündigen. Ein Sonderkündigungsrecht beim Umzug ins Pflegeheim gibt es nicht. Die dreimonatige Kündigungsfrist gilt daher auch im akuten Pflegefall. Es lohnt sich aber, in den Mietvertrag zu schauen. Gegebenenfalls kann man einen Nachmieter stellen oder einen Aufhebungsvertrag mit dem Vermieter aushandeln. Wichtig ist übrigens auch zu klären, ob die alte Wohnung renoviert werden muss.

Verträge rechtzeitig anpassen
Formalitäten sind lästig, aber nötig. Nicht nur der Mietvertrag muss gekündigt werden. Auch Strom, Gas, Wasser, Telefon, Kabelanschluss. Heimbewohner*innen sind vom Rundfunkbeitrag befreit. Das Abmeldeformular kann man bequem im Internet ausfüllen und ausdrucken. Am besten macht man sich eine Liste mit allen Verträgen, die für die alte Wohnung abgeschlossen wurden. Wichtig ist auch, alle dazugehörigen Daueraufträge rechtzeitig zu beenden. Eine Hausratversicherung kann im Pflegeheim sinnvoll sein, wenn man eigene Möbel mitnimmt. Eine Privathaftpflicht ist auch hier unerlässlich.Wer bereits einen Versicherungsschutz hat, kann diesen einfach anpassen. Sollte bereits ein ambulanter Pflegedienst im Einsatz sein, so muss der Vertrag gekündigt.

Dokumente vorab zusammenstellen
Das Pflegeheim muss über gesundheitliche Einschränkungen und verordnete Medikamente informiert sein. Am besten ist ein Plan vom Arzt, der genau festhält, wann welche Präparate wie einzunehmen sind. In der Regel möchte die Einrichtung Kopien von wichtigen Dokumenten: Personalausweis, Vollmachten, Impfpass, Allergie- und Brillenpass, Testament, Patientenverfügung. Die Originaldokumente sollten an einem sicheren Ort oder bei einem Vertretungsberechtigten aufbewahrt werden.

Haushaltauflösung gemeinsam planen 
Die Haushaltsauflösung ist sicher der schwerste Schritt – für alle Beteiligten. Angehörige, die diese Aufgabe übernehmen, brauchen Geduld und Fingerspitzengefühl. Wichtig ist, die betroffene Person soweit wie möglich einzubinden, damit sie sich nicht ihres Mitspracherechts beraubt und abgeschoben fühlt. In der Regel wird das neue Zuhause komplett möbliert sein. Einzelne liebgewonnene und vertraute Stücke erleichtern aber das Einleben. Am besten macht man gemeinsam eine Liste von Gegenständen, die mit umziehen sollen – und klärt mit dem Heim ab, was geht und was sinnvoll ist. Übrigens: Kleinere Haustiere sind in vielen Häusern erlaubt, insofern sie Mitbewohner*innen nicht stören und Herrchen bzw. Frauchen noch selber für sie sorgen können. 

Umzug gut organisieren 
Bei den restlichen Möbeln und Haushaltsgeräten muss man überlegen, was an Verwandte und Freunde weitergegeben bzw. zum Verkauf angeboten werden kann. Bei eBay zum Beispiel, lässt sich für fast alles mit wenig Aufwand ein neuer Besitzer finden. Was nicht mehr gebraucht wird, kommt zum Sperrmüll. Wer nicht selber entrümpeln und abtransportieren möchte, kann hier auch auf professionelle Hilfe zurückgreifen. Einige Dienstleister haben sich auf Seniorenumzüge spezialisiert und bieten Komplettpakete an. Am besten holt man sich mehrere Angebote ein und vergleicht. Hat der Pflegebedürftige einen Pflegegrad und ist der Umzug notwendig, so kann bei der Pflegekasse ein Antrag auf Zuschuss für „Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes“ gemäß § 40 Abs. 4 SGB XI gestellt werden. Die Kasse übernimmt dann teilweise oder komplett die Umzugskosten.

Pflegegrad rechtzeitig beantragen
Apropos Pflegegrad: Wer noch keinen hat, sollte ihn rechtzeitig beantragen. Denn die Pflegekasse ist zwar dazu verpflichtet, einen Monat rückwirkend zu bezahlen. Allerdings muss der Antrag dafür spätestens einen Monat nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit gestellt werden. Wer schon eingestuft ist, kann gegebenenfalls eine Höherstufung erwirken. 

Die AWO Seniorendienste Niederrhein stehen bei allen Fragen rund um den Heimeinzug beratend zur Seite und bieten Unterstützung: von der Hilfe bei der Pflegegradbeantragung bis hin zur „Packliste“ für den Umzug.