Dreifache Lebensrettung:
Blutspenden im Alter

Unsere Gesellschaft ist auf Blutspenden angewiesen. Und unsere Senior*innen werden dafür gebraucht.

Die Lebenserwartung hierzulande steigt seit Jahrzehnten. Das ist schön, bringt aber Probleme mit sich – auch in Bereichen, an die man nicht sofort denkt. Wie die Blutspende. Denn bei mehr Menschen, die älter werden, steigt auch die Notwendigkeit der Versorgung mit Blutkonserven. Laut Deutscher Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) werden in Deutschland täglich an die 14.000 Blutspenden benötigt. Weil nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blut spenden, kommt es immer wieder zu Engpässen. Besonders schwierig ist die Situation in Ferienmonaten und im Sommer.

Blutspendeorganisationen bemühen sich deshalb, spendefähige Bürger*innen zur Blutspende zu motivieren. Und sie setzen auf Spender*innen im fortgeschrittenen Alter. Denn: Blut wird ein ganzes Leben lang immer wieder neu nachgebildet. Und immer mehr rüstige Senioren*innen sind fit und gesund genug, um einen Teil davon zu spenden.

Ursprünglich lag die obere Altersgrenze für Blutspenden bei 68 Jahren. Mediziner waren sich nicht sicher, ob das Spenden danach noch gut vertragen wird. Eine Studie, die das Deutsche Rote Kreuz über mehrere Jahre mit über 51.000 Spender*innen durchführte, zeigt: Regelmäßiges Blutspenden ist auch im höheren Alter kein Problem. Was die Studie noch ergab: Blut wird nicht alt. Die Qualität von Blutpräparaten ist unabhängig davon, ob ihre Spender*innen 18 oder 70 sind.

Was vielen nicht klar ist: Eine Blutspende kann bis zu drei Menschenleben retten. Das Spenderblut wird mittels moderner Medizintechnikverfahren in seine Bestandteile aufgetrennt. Dadurch können aus einem halben Liter bis zu drei lebensnotwendige Blutpräparate hergestellt werden: ein Erythrozyten-Konzentrat – die klassische Blutkonserve –, ein Plasmapräparat und ein Thrombozytenpräparat – also nur die Blutplättchen.

Seit 2018 gilt im Zuständigkeitsgebiet des DRK Blutspendedienst West eine obere Altersgrenze von 76 Jahren. Senior*innen, die sich körperlich fit fühlen, können also unbesorgt zur Spende gehen – vorausgesetzt, sie bekommen das OK vom Arzt. Aber einen Gesundheits-Check gibt es in Deutschland sowieso vor jeder Blutspende. Zu beachten ist noch: Wer das erste Mal Blut spendet, darf nicht älter als 68 sein.

Blutspenden ist wichtig – und ein solidarischer Akt: Die Gesunden in unserer Gesellschaft geben den Kranken. Alle Informationen zur Blutspende und aktuelle Termine hat der DRK Blutspendedienst West.