Benedikt Werner

Gestalter im Alten Rathaus

Benedikt Werner stellt sich nicht nur zwei neuen Herausforderungen. Er macht daraus auch eine Gleichung für sich, die passt:

„Voerde ist meine Heimat. Hier bin ich groß geworden, in den Kindergarten beziehungsweise zur Schule gegangen. Im Fußballverein spiele ich heute noch. Nach dem Abi habe ich meinen Zivildienst bei einem ambulanten Pflegedienst direkt um die Ecke abgeleistet.  Zum Studium – Kulturmanagement – ging es dann in das Ruhrgebiet nach Bochum. Um mein Leben und mein Studium zu finanzieren, habe ich im Alten Rathaus angeheuert: als Pflegekraft an den Wochenenden. Eigentlich war mein Ziel da noch Berlin. Die Universität hat mein Interesse an der Politik geweckt. Ich wollte in den Höheren Dienst beim Auswärtigen Amt. Sogar auf den Einstellungstest hatte ich mich schon vorbereitet.

Doch dann kam mir die Liebe dazwischen. Anstatt 2018 mit meinem Abschluss in der Tasche in die Bundeshauptstadt umzusiedeln, blieb ich in Voerde. Es war genau die richtige Entscheidung. Die Planung des Rathaus-Quartiers war so weit fortgeschritten, dass es eine Koordinatorenstelle zu besetzen gab. Ich bewarb mich und trat – den Kopf voller Ideen – im März dieses Jahres meine erste hauptamtliche Vollzeitanstellung bei der AWO an.

Meine Aufgaben? Alles: Von der Konzept- und Profilentwicklung für das gesamte Quartier über die Begleitung der Planungs- und der Bauphase des neuen Seniorenzentrums bis hin zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wie heißt es so schön im Bürokraten-Deutsch: Wir schaffen „stufenlose, wohnortnahe, bedarfsadäquate Versorgungsstrukturen“. Für uns bedeutet das: Wir müssen nah an den Bedürfnissen der Menschen sein. Bürgerbeteiligung ist deshalb sehr wichtig. Und Vernetzung: ins Gemeinwesen und mit allen Akteuren vor Ort. Politik im Kleinen sozusagen. Nur so können wir das volle Potenzial des Standortes am Hochzeitsweg in Voerde ausschöpfen.

Als wäre ein neuer erster Job nicht genug der Herausforderung, hat man mir gleich eine zweite Aufgabe anvertraut: Seit letztem Jahr bin ich Betriebsratsvorsitzender unserer Einrichtung. Wie ich beide Aufgaben unter einen Hut bekomme? Arbeitnehmervertreter und Führungskraft sind kein klassischer Gegensatz. Die wenigsten von uns sind alt eingefahrene Betriebsräte. Im Prinzip fülle ich in beiden Rollen eine Managementfunktion aus. Nur der Fokus ist unterschiedlich. Ich kann – und muss – auch unternehmerisch denken. Und es gibt nicht nur zwei Interessen an einem Arbeitsplatz. Es sind viele. Die in Einklang zu bringen, zu seinen Überzeugungen zu stehen - und dabei authentisch zu bleiben: Das ist mein Verständnis der Betriebsratsrolle.

Meine beiden Aufgaben kann man in eine Gleichung packen: Quartierskoordinator + Betriebsrat = Zukunftsgestalter. Ich werde häufig als „Ratgeber“ gefragt und ich bin gerne in Entscheidungen eingebunden – intern wie extern. Wir stellen gerade die Weichen für unser zukünftiges Arbeiten. Das betrifft das Alte Rathaus in Voerde, aber auch die AWO Seniorendienste Niederhein insgesamt. Vieles steht auf dem Prüfstand, wird neu geplant. Für mich ist das sehr spannend – und manchmal natürlich herausfordernd, weil gerade einiges im Fluss ist.

In unserem Quartier können wir die Geschichte der Stadt Voerde und die vielen kleinen sowie spannenden Geschichten der Menschen, die hier leben, gleichermaßen sichtbar machen. Dass sich in dieser Schnittstelle auch mein Lebensmittelpunkt befindet, ist dabei in besonderem Maße motivierend und wertvoll zugleich.“

Benedikt Werner findet bei den AWO Seniorendiensten Niederrhein die Herausforderungen, die er sucht. Sie suchen auch? Dann schauen Sie sich an, was wir Ihnen zu bieten haben.